Wartungscheck für Aufzüge: Warum eine regelmäßige Qualitätskontrolle Wartung erst wirklich sicher macht

LiftPLAN360 Wartungscheck an einer bestehenden Aufzugsanlage.

Ein Aufzug, der fährt, wirkt auf den ersten Blick in Ordnung. Wartungsvertrag vorhanden, ZÜS-Prüfungen laufen, Protokolle liegen im Ordner – doch das heißt noch nicht, dass die Anlage wirklich gut betreut wird.

Genau hier setzt der Wartungscheck an: Er prüft nicht nur, dass gewartet wird, sondern wie gewartet wird. Für Betreiber und Verwalter ist das der Schlüssel, um Risiken frühzeitig zu erkennen und die Qualität der Aufzugswartung besser einschätzen zu können.

Was ist ein Wartungscheck – und warum reicht normale Wartung nicht aus?

Aufzüge gehören zu den wichtigsten technischen Anlagen eines Gebäudes. Fällt ein Aufzug aus oder arbeitet unsauber, ist das nicht nur ärgerlich, sondern kann im schlimmsten Fall auch sicherheitsrelevant sein. Viele Betreiber verlassen sich auf Wartungsverträge und regelmäßige Prüfungen – und trotzdem entstehen immer wieder Situationen, die früher hätten erkannt werden können.

Genau hier setzt der Wartungscheck an: Er prüft nicht nur, ob gewartet wird, sondern wie gewartet wird. Es geht also um die Qualität der Wartung, die Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen und die Transparenz gegenüber Betreibern und Eigentümern.

LiftPLAN360 Wartungscheck an einer bestehenden Aufzugsanlage.

Wartungscheck statt Blindflug: Warum Vollwartung kein Freifahrtschein ist

Ein Vollwartungsvertrag vermittelt schnell ein Gefühl von Sicherheit: „Die kümmern sich schon.“ Wartungsintervalle sind definiert, ZÜS-Prüfungen finden statt, Protokolle werden erstellt. Auf dem Papier wirkt alles geregelt – in der Praxis entstehen aber oft blinde Flecken. Typische Risiken ohne Wartungscheck:
  • Auffälligkeiten werden zwar vor Ort bemerkt, aber nicht klar kommuniziert
  • Änderungen an der Anlage werden nicht sauber dokumentiert
  • ZÜS-Berichte werden abgeheftet, aber nicht aktiv ausgewertet
  • Betreiber verlassen sich auf Aussagen von Dienstleistern, ohne die Qualität zu hinterfragen
Ein systematischer Wartungscheck hilft, diese Lücken zu schließen. Bei einer regelmäßigen Überprüfung der Wartungsqualität fallen viele kritische Zustände frühzeitig auf – lange bevor sie teuer oder gefährlich werden.

Welche Fragen ein Wartungscheck beantworten sollte

Ein guter Wartungscheck geht über die Kontrolle von Terminen und Rechnungen hinaus. Im Kern geht es um vier zentrale Fragen:

  1. Wird das gemacht, was im Vertrag steht?

    Passen Umfang, Häufigkeit und Inhalte der Wartung zum vereinbarten Leistungsverzeichnis?
  2. Sind Auffälligkeiten klar benannt und dokumentiert?
    Werden Mängel, Empfehlungen und Risiken in Protokollen verständlich beschrieben?
  3. Sind getroffene Maßnahmen nachvollziehbar?

    Warum wurde eine Komponente getauscht, eine Einstellung geändert oder eine Empfehlung nicht umgesetzt?
  4. Arbeitet der Dienstleister transparent und konsistent?

    Lassen sich Aussagen, Protokolle und der Zustand der Anlage vor Ort logisch verbinden?

Wer diese Fragen nicht klar beantworten kann, hat keinen echten Überblick über die Qualität der eigenen Aufzugswartung – auch dann nicht, wenn alle Fristen eingehalten wurden.

Was ein professioneller Wartungscheck beinhalten kann

Ein Wartungscheck muss nicht kompliziert sein, sollte aber strukturiert ablaufen. In der Praxis haben sich mehrere Bausteine bewährt, die sich je nach Objektgröße kombinieren lassen.

1. Dokumentenprüfung
  • Stichprobenhafte Kontrolle von Wartungsprotokollen der letzten Monate
  • Durchsicht von ZÜS-Berichten und festgestellten Mängeln
  • Abgleich von Empfehlungen mit tatsächlich umgesetzten Maßnahmen
  • Prüfung, ob alle Pflichten aus dem Wartungsvertrag nachvollziehbar erfüllt wurden
2. Abgleich mit dem Zustand vor Ort
  • Sichtkontrolle der Anlage (z. B. Fahrverhalten, Türen, Kabine, Maschinenraum)
  • Abgleich: Entspricht der Zustand dem, was in den Protokollen steht?
  • Auffälligkeiten wie Geräusche, Vibrationen oder unruhige Fahrten dokumentieren
3. Überprüfung der Kommunikation
  • Wurden Betreiber oder Verwalter über wesentliche Änderungen informiert?
  • Sind sicherheitsrelevante Maßnahmen begründet und nachvollziehbar erklärt worden?
  • Gibt es klare Handlungsempfehlungen mit Prioritäten?
4. Bewertung der Wartungsqualität
  • Sind Protokolle vollständig und verständlich?
  • Gibt es wiederkehrende Hinweise, die nicht bearbeitet wurden?
  • Ist erkennbar, dass die Anlage langfristig erhalten statt nur „am Laufen gehalten“ wird?
Das Ergebnis: ein klarer Eindruck, wie zuverlässig und transparent das Wartungsunternehmen tatsächlich arbeitet.

Wartungscheck und ZÜS: Wer macht was?

Ein häufiger Irrtum: Viele Betreiber erwarten, dass die zugelassene Überwachungsstelle (ZÜS) automatisch alle Wartungsdefizite mit aufdeckt. Die ZÜS sorgt jedoch primär dafür, dass die Anlage den gesetzlichen und sicherheitstechnischen Anforderungen entspricht und wiederkehrend geprüft wird.

Die ZÜS…

  • prüft die Anlage zu festgelegten Intervallen,
  • dokumentiert sicherheitsrelevante Mängel und Auflagen,
  • bewertet, ob der Aufzug weiter betrieben werden darf.

Die Qualität der laufenden Wartung liegt dagegen in der Verantwortung von Betreiber und Wartungsunternehmen. Ein Wartungscheck schließt also die Lücke zwischen gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen und der täglichen Praxis der Wartung. Er ist die Brücke zwischen „formell in Ordnung“ und „tatsächlich gut betreut“.

Fazit: Wartungscheck als Sicherheits- und Vertrauensfaktor

Wartung alleine macht eine Aufzugsanlage noch nicht sicher. Entscheidend ist, wie transparent, nachvollziehbar und qualitätsorientiert sie durchgeführt wird. Ein regelmäßiger Wartungscheck hilft Betreibern und Verwaltern,
  • Risiken frühzeitig zu erkennen,
  • die Arbeit von Dienstleistern objektiv einschätzen zu können,
  • ZÜS-Berichte nicht nur abzuheften, sondern aktiv zu nutzen,
  • und langfristig Sicherheit, Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit der Anlagen zu sichern.
Gerade in Zeiten steigender Anforderungen an Betriebssicherheit und Dokumentation ist der Wartungscheck kein „Nice-to-have“, sondern ein wichtiges Steuerungsinstrument – besonders bei älteren Anlagen und komplexen Beständen.
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